Themen dieses Kurses

  • Grundlagen der Finanzierung



    Betriebswirtschaftliche Grundlagen sind für Unternehmer unverzichtbar. Sie sind im unternehmerischen Alltag, aber gerade auch bei Gesprächen mit Geldgebern wie Banken, unverzichtbar. Der Kursabschnitt „Liquidität von Unternehmen" greift die wichtigsten Fachbegriffe auf und vermittelt Ihnen wertvolles Hintergrundwissen.



    Das Kapitel im Überblick



    1. Bedeutung von Liquidität
    2. Die Kapitalstruktur
    3. Finanzierungsformen
    4. Liquidität



    Bedeutung von Liquidität



    Liquidität ist kurzfristig das wichtigste Unternehmensziel. Es bedeutet für Unternehmen ebenso viel, wie für den Menschen die Luft zum Atmen.
    Statistisch lässt sich belegen, dass mangelnde Liquidität der häufigste Insolvenzgrund deutscher Unternehmen, insbesondere im Mittelstand, ist.
    Unzureichende Liquidität hat verheerende Auswirkungen auf die Geschäfte einer Unternehmung:

    Skontomöglichkeiten können nicht genutzt werden, der Einkauf bestellt keine optimalen Mengen, Mitarbeiter werden verspätet entlohnt und Kreditlinien überzogen. Womöglich müssen Maschinen oder andere Vermögensgegenstände unter Wert veräußert werden.

    Das führt nicht nur zu steigenden Kosten, auch die Bonität verschlechtert sich. Damit erhöhen sich auch die Kreditkosten. Die Liquiditätsversorgung wird nochmals verknappt. Ein Teufelskreislauf entsteht.



    Die Kapitalstruktur



    Grundsätzlich können Sie Ihr Unternehmen mit Eigen- und Fremdkapital finanzieren. Außerdem gibt es noch eine Zwischenform, das Mezzaninekapital

    Eigenkapital sind diejenigen Gelder, die die Eigentümer ins Unternehmen einbringen. Sie sind demnach die Leistungen der Eigentümer, also deren Anteil am Unternehmensvermögen. Eigenkapital steht dem Unternehmen grundsätzlich unbefristet zur Verfügung. Um das Eigenkapital zu steigern, können Sie Bar- oder Sacheinlagen vornehmen oder Gewinne ansammeln (thesaurieren).

    Handelt es sich nicht um Eigenkapital, liegt häufig Fremdkapital vor. Dazu gehören beispielsweise Lieferantenkredite, Gesellschafter- oder Bankdarlehen. Fremdkapitalgeber haben einen Anspruch auf Zins und Tilgung. Die Gelder stehen grundsätzlich nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung.



    Finanzierungsformen



    Für die Liquidität eines Unternehmens ist besonders die genaue Ausgestaltung der jeweiligen Finanzierungsalternative entscheidend. Im Bereich des Fremdkapitals gibt es zum Beispiel Raten-, Annuitäten- und Festbetragsdarlehen.

    • Beim Ratenkredit tilgen Sie jeweils einen gleichbleibenden Betrag. Zusätzlich bezahlen Sie Zinsen auf den noch verbleibenden Darlehensteil. Somit sinkt die Gesamtrate während der Laufzeit. Die Liquidität wird zu Beginn sehr stark beansprucht, mit fortschreitender Laufzeit wiederum schwächer.
    • Ein Annuitätenkredit ist jeweils durch eine Rate in konstanter Höhe während der ganzen Laufzeit gekennzeichnet. Es ist die gängigste Kreditart und beansprucht Ihre Liquidität während der Laufzeit in konstanter Höhe.
    • Bei einem Festbetragskredit bezahlen Sie auf das geliehene Kapital während der Laufzeit lediglich Zinsen. Am Ende wird der gesamte Kreditbetrag fällig. Die Liquidität wird während der Laufzeit stark geschont, dafür müssen Sie am Ende den gesamten Betrag auf einmal tilgen.



    Liquidität



    Liquidität ist für alle Unternehmensformen von enormer Bedeutung und deshalb Hauptziel der Finanzwirtschaft. Liquidität bedeutet folgendes:

    Ihr Unternehmen muss seinen Zahlungsverpflichtungen zu jeder Zeit und in jeder Höhe vereinbarungsgemäß nachkommen können. Eine liquide Firma kann alle Verbindlichkeiten termingerecht erfüllen. Sie verfügt somit über genügend Zahlungsmittel oder aber über eine Überziehungsmöglichkeit auf dem Geschäftskonto. Ausreichende Liquidität ist demnach überlebenswichtig.

    Liquidität lässt sich grundsätzlich auf zwei Arten messen:

    1. Statisch:
      Zahlen und Größen werden z.B. aus der Bilanz zu einem bestimmten Zeitpunkt erfasst. Es handelt sich daher um Bestandsgrößen.
    2. Dynamisch:
      Es werden keine Bestands- sondern Stromgrößen behandelt: Der Cashflow!

    Der Cashflow ist in der Praxis sehr stark verbreitet. Mit ihm können Sie Ihre Innenfinanzierungskraft beurteilen, er steht für die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens.



    Hier geht es zum Schulungstool "Bonität".