Themen dieses Kurses

  • Liquiditätsgrade



    Liquidität ist für alle Unternehmensformen von enormer Bedeutung und deshalb Hauptziel der Finanzwirtschaft. Liquidität bzw. Zahlungsfähigkeit bedeutet folgendes:
    Ihr Unternehmen muss seinen Zahlungsverpflichtungen zu jeder Zeit und in jeder Höhe vereinbarungsgemäß nachkommen können. Eine liquide Firma kann alle Verbindlichkeiten erfüllen. Sie verfügt somit über genügend Zahlungsmittel oder aber über eine Überziehungsmöglichkeit auf dem Geschäftskonto. Ausreichende Liquidität ist demnach überlebenswichtig.

    Wie aber kann Liquidität gemessen werden?

    Eine häufig verwendete Möglichkeit der Liquiditätsmessung geschieht mit Hilfe von Liquiditätsgraden.
    Dabei werden immer unterschiedliche Teile des Umlaufvermögens ins Verhältnis zu kurzfristigen Verbindlichkeiten gesetzt.

    • Liquidität 1. Grades
    • Liquidität 2. Grades
    • Liquidität 3. Grades



    Liquidität 1. Grades



    Die Berechnung der Liquidität ersten Grades erfolgt folgendermaßen:

    Liquidität 1. Grades=flüssige Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten.

    Flüssige Mittel sind hierbei Bargeld und kurzfristig verfügbare Mittel auf der Bank. Kurzfristige Verbindlichkeiten sind diejenigen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Dazu gehören insbesondere Überziehungsmöglichkeiten auf den Konten, man spricht auch von Kontokorrentlinien. Aber auch Steuerrückstellungen oder sonstige Rückstellungen sind zu berücksichtigen.
    Die Liquidität ersten Grades sollte mindestens 10-20% betragen, sodass Ihr Unternehmen jederzeit zahlungsfähig ist.



    Liquidität 2. Grades



    Von Banken wird gerne die Liquidität zweiten Grades zur Rate gezogen um Kreditausfallrisiken zu bewerten. Sie errechnet sich wie folgt:

    Liquidität 2. Grades= (flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen + Wertpapiere des Umlaufvermögens) / kurzfristige Verbindlichkeiten

    Das Ergebnis wird von Bankinstituten oftmals auch als Acid Test bezeichnet, weil Banken hieraus beurteilen können, wie schnell ein Unternehmen seine kurzfristige Verbindlichkeiten tilgen kann. Sie sollte mindestens 100% betragen. Dadurch ist die jederzeitige Zahlungsfähigkeit ebenfalls gegeben.



    Liquidität 3. Grades



    Ergänzend ist die Liquidität dritten Grades weit verbreitet.

    Liquidität 3. Grades= (flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen + Vorräte) / kurzfristige Verbindlichkeiten

    Hier setzt man nun das gesamte Umlaufvermögen ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten. Demnach werden nun zusätzlich beispielsweise eingekaufte Vorräte oder fertige Erzeugnisse berücksichtigt. Diese sind im Falle eines Falles meist schnell verkäuflich. Der anzustrebende Wert dieser Kennzahl schwankt jedoch stark zwischen einzelnen Branchen. Im produzierenden Gewerbe beispielsweise ist diese Zahl aufgrund von Vorräten und fertigen Produkten naturgemäß höher als im Dienstleistungssektor. Ein Wert unter 100% ist allerdings generell existenzbedrohend. Dann nämlich werden Teile des langfristigen Anlagevermögens kurzfristig finanziert.

    Andere Möglichkeiten der Liquiditätsmessung können Sie im Kapitel „Liquidität auswerten" des E-Learning Tools kennen lernen.



    Hier geht es zum Schulungstool "Liquidität".